Gedanken zum Stück

Ich erinnere mich. Mein Vater – Brillantine in den Haaren - trug ein weisses Hemd und selbst in der Freizeit oft eine Kravatte. Die optische Trennung zwischen alten Stoffhosen und jungen Jeans war in den 60ziger-Jahren offensichtlich. Heute haben sich die Fronten verwischt. Die Alten sind heute jünger, oder sie geben sich jünger, trotz Altersflecken, Lesebrille und Krähenfüssen. Und die Jungen?

Sie wollen korrekt sprechen, möglichst biologisch und genussvoll konsumieren, sich entspannt verhalten und über die gleichen smarten Kanäle kommunizieren. Das tönt irgendwie alt! Die Fronten haben sich verwischt.

Wenn da nur die demagogische Entwicklung nicht wär! Da steht der Politik noch ein gehöriger Kraftakt bevor, damit die schön verwischten Fronten nicht plötzlich aufbrechen. Im Zeitalter von „Comparis“ ist es nicht einfach, die andere Generation als Partner zu akzeptieren.

Herbert Marberger
Regie

Zum Inhalt

Wer sagt eigentlich, dass man mit 60 alt ist? Marianne, Dani und Jörg bestimmt nicht. Sie können sich wenig leisten und gründen deshalb ihre alte Studenten-WG einfach neu. Alles soll so sein wie früher: Bis spät nachts um den Küchentisch herumsitzen und Wein trinken, über Gott und die Welt philosophieren und dabei die ehemaligen Hits hören.

Doch sie haben die Rechnung nicht mit den anderen Hausbewohnern gemacht. Denn neben den drei Studenten von damals wohnen drei Studenten von heute. Und die verstehen überhaupt keinen Spaß. Sie büffeln für ihr Examen und können alles gebrauchen – bloß keine lustigen und lauten 60jährige, die sich nicht an die Regeln halten. Es dauert nicht lange, bis sich die beiden Generationen höllisch in den Haaren liegen.

Aber was genau läuft hier falsch? Haben die Alten die Zeichen der Zeit nicht kapiert? Oder sehen die Jungen einfach nur alt aus?

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Aufführungsrechte
Felix Bloch Erben Berlin
Verlag für Bühne Film und Funk